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Junk-Food-Werbung dominiert Kinderprogramm

12 Mai 2009
Burger - lecker oder?

Burger - lecker oder?

Zwei Drittel der TV-Spots bewerben ungesunde Lebensmittel

Die Werbung Mittags und Nachmittags, wenn meist Kinder jugendlichen “glotzen” ist stark von Junk-Food-Produkten dominiert. Solche Werbung machet im Durchschnitt 70% des gesamten Werbeaufkommens aus. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung zum Thema Fettleibigkeit die auf dem European Congress on Obesity in Amsterdam präsentiert wurde.

“Die Zunahme der Fettleibigkeit ist kein Problem mehr, das alle Staaten gleichermaßen betreffe. Die Annahme, dass TV-Werbung in diesem Zusammenhang eine entscheidende Rolle spielt, wurde durch verschiedene Studien aber bereits als völliger Unfug entlarvt”, stellt Volker Nickel fest. Nach wie vor gebe es keinerlei Beweis dafür, dass Fernsehwerbung einen Einfluss auf die Ernährungsgewohnheiten des Publikums hätte. “Bei dieser Debatte wird leider zumeist übersehen, dass Junk Food auch nur Lebensmittel sind. Ob sie zu Fettleibigkeit führen, kommt ganz auf die Lebens- und Ernährungsgewohnheiten der Menschen an”, betont Nickel.

Nicht die TV-Werbung sondern die sozialen Bedingungen sind Hauptursache

“Besonders bei Kindern und Jugendlichen ist nicht die TV-Werbung Hauptursache für eine ungesunde Ernährung, sondern die sozialen Bedingungen, in denen die Betroffenen aufwachsen”, gibt Nickel zu bedenken. In erster Linie sei es nämlich Aufgabe der Eltern, ein gutes Vorbild zu sein. “Dieser tatsächlich viel komplexere Zusammenhag wird in der öffentlichen Diskussion gerne beiseite geschoben und durch populistische Argumente ersetzt”, meint Nickel. Vor allem die Politik mache es sich in dieser Hinsicht oft sehr einfach und schiebe die Verantwortung für das Fettleibigkeitsproblem auf die Werbewirtschaft. “Tatsache ist aber, dass die Werbung nicht die Ursache für dieses Problem ist. Innerhalb der Branche ist man sich der besonderen Verantwortung in Bezug auf Werbung bei Kindern aber durchaus bewusst”, so Nickel.

“International gesehen werden Kinder im Fernsehen einem sehr hohen Maß an Werbung für ungesunde Lebensmittel und Getränke ausgesetzt”, kritisiert Bridget Kelly, Ernährungswissenschaftlerin, gegenüber dem britischen Guardian. Eine Beschränkung der entsprechenden Werbeaktivitäten sei eine ungemein wichtige Präventivstrategie zur Vorbeugung gegen Fettleibigkeit bei Kindern. Weltweit gesehen würden derzeit insgesamt 177 Mio. Unter-18-Jährige unter diesem Problem leiden.